Ansprüche

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Bevor man beginnt in die konkrete Planung eines neuen Teleskops einzusteigen, sollte man sich sehr ausführlich und ganz in Ruhe Gedanken darüber machen, welchem Zweck das neue Teleskop überhaut dienen soll. Die Ansprüche des Beobachters an sein neues Teleskop sind von entscheidender Bedeutung für viele Designentscheidungen, die man im Laufe der Planung zu treffen hat.

Unterschiedliche Ansprüche

Die endlosen und teilweise verbittert geführten Diskussionen in den einschlägigen Astronomie Foren über die Vor- bzw. Nachteile von Refraktoren und Reflektoren bestätigen die Vermutung, dass unterschiedliche Beobachtertypen z.T. völlig unterschiedliche Teleskope benötigen. Der geneigte Leser mag sich selbst ein Bild davon verschaffen, welchem Beobachtertyp er angehört:

  • Visuelles Beobachten vs. Fotografieren
    Fotografen benötigen eine Montierung, die die Bildfelddrehung ausgleicht. Für echte Langzeitaufnahmen kommt deshalb weitgehend nur eine Deutsche Montierung oder äquatoriale Gabelmontierung in Frage. Obwohl ein genaues Guiding von Hand notwendig ist, wird beim Fotografieren meist eine automatische Nachführung eingesetzt. Visuelle Beobachter empfinden äquatoriale Montierungen hingegen oft sogar als störend (z.B. umständliches Einnorden und Umschwenken)
  • Sonne, Mond und Planeten vs. Deep Sky
    Für Planeten- und Mondbeobachtung benötigt man meist eine relativ hohe Vergrößerungen. Im Gegensatz dazu benötigt man zum Beobachten von Deep Sky Objekten oft ein großes Gesichtsfeld bei moderater Vergrößerung. Deshalb werden sich Deep Sky Beobachter eher für die etwas kürzere Brennweite, Planeten-Beobachter dagegen eher für die etwas längere Brennweite entscheiden.
  • Wissenschaftliches Interesse vs. ästhetisches Interesse
    Während wissenschaftlich orientierte Beobachter oft Wert auf besonders "runde" Sterne legen, deren Position genau vermessbar ist, möchte der ästhetisch orientierte Beobachter oft lieber "nadelfeine" Sterne sehen. Hier würde der Wissenschaftler wahrscheinlich zu einem Ritchey Chrétien Cassegrain Teleskop greifen, während der Ästhet ein Refraktor Teleskop bevorzugen würde.
  • Goto in der Montierung vs. Goto im Kopf
    Auch hier scheiden sich die Geister. Wer keinen Spaß am Aufsuchen der gewünschten Objekte hat, sollte sein Gerät gotofähig machen. Für viele ist jedoch schon das Aufsuchen neuer Objekte ein großer Bestandteil des Spechtelerlebnisses.
  • Einsteiger vs. Profi
    Im Gegensatz zum Einsteiger besitzt der fortgeschrittene Beobachter oft schon eine ansehnliche Zubehörkiste. Er muss ein neues Teleskop möglicherweise so wählen, dass es eine Lücke zwischen anderen Teleskopen füllt. Vorhandenes Zubehör muss zum neuen Teleskop passen.
  • Feste Montierung vs. mobiler Einsatz
    Ein fest montiertes Teleskop kann unter normalen Umständen größer und auch schwerer gebaut werden, als ein mobiles Teleskop. Mobile Teleskope, die nur gelegentlich aus der Garage geschoben werden, unterscheiden sich in Größe und Gewicht aber trotzdem noch erheblich von Teleskopen, die den Beobachter regelmäßig auf Weltreisen begeleiten. Bei der Planung eines neuen Teleskops müssen Überlegungen zum gewünschten Beobachtungsstandort daher mit in Betracht gezogen werden.

Das Wikiscope

Das Wikiscope soll einen möglichst großen Anwendungsbereich abdecken: Es soll sowohl für die Beobachtung von Planeten als auch für die Beobachtung von Deep Sky Objekten gut geeignet sein. Die visuelle Beobachtung steht im Vordergrund, wissenschaftliches und ästhetisches Interesse halten sich die Waage. Das Teleskop soll vorwiegend auf dem Balkon oder im Garten eingesetzt werden. Trotzdem soll die Möglichkeit bestehen, es an dunkle Standorte zu transportieren oder es zu einem Teleskoptreffen mitzunehmen.

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