AtmWiki:Wie schreibe ich gute Artikel

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Formatierung

Auf dieser Seite findest du einige Ratschläge für guten Schreibstil. Wir bitten dich, sie zu beherzigen. Fühle dich nicht beschämt oder angegriffen, wenn dein Artikel grammatikalisch oder stilistisch überarbeitet wird. Wir alle lernen voneinander und die Mitglieder des AtmWiki helfen gerne.

Inhaltsverzeichnis

Grundsätze

Vorarbeiten und Recherche

Wenn du einen Artikel neu anlegst, frage dich als erstes, ob er wirklich in den AtmWiki passt. Was der AtmWiki nicht ist liefert hierzu Hinweise.

Bevor du mit dem Schreiben loslegst, lohnt es sich, ein wenig Zeit in Vorarbeiten zu investieren. Zunächst einmal empfiehlt es sich, herauszufinden, was zum geplanten Thema an Artikeln im AtmWiki schon existiert. Damit vermeidest du, aus Versehen einen Artikel, den es schon gibt, anzulegen. Dabei kann dir die Suchfunktion eine gute Hilfe sein.

Verständlichkeit

Jeder Artikel sollte auch für Laien verständlich sein. Lässt sich ein Fachausdruck nicht vermeiden, solltest du ihn erklären oder zumindest verlinken. Wenn das Verständnis eines Themas Spezialwissen erfordert, dann sollte die Einleitung dem Laien ermöglichen, den Gegenstand wenigstens vernünftig einzuordnen. Behandle in diesem Fall die einfacheren Aspekte des Themas möglichst am Anfang und die schwierigeren am Ende des Artikels.

Bei Fremdwörtern lohnt es sich häufig, ihr deutsches Gegenstück aufzuspüren: „Unterschied“ statt „Differenz“, „herausfinden“ statt „eruieren“. Versuche es mal damit – die Leser werden es dir danken.

Aufbau eines Artikels

Begriffsdefinition und Einleitung

Der erste Satz sollte den Gegenstand des Artikels (Lemma) definieren. Der Titel des Beitrags wird dabei im ersten Satz in Fettschrift wiederholt. Bei längeren Artikeln sollte unmittelbar im Anschluss eine kurze Einleitung mit einer Zusammenfassung des Artikelinhalts folgen. Sie ermöglicht dem Leser einen Überblick über das Thema, ohne dass er unbedingt einen langen Text lesen muss. Fremdsprachige Lemmata, auch wenn sie bereits in den deutschen Sprachgebrauch übergegangen sind, sollten übersetzt werden.

Überschriften und Absätze

Anschließend beginnt der Hauptteil des Artikels, der ab hier mit Überschriften gegliedert werden kann. Da das Inhaltsverzeichnis ab drei Überschriften automatisch angelegt wird, beginnt es unmittelbar nach der Einleitung. Damit ein Artikel gut lesbar wird und die Leute beim Lesen tatsächlich dabei bleiben, helfen gliedernde Zwischenüberschriften. Übertreibe es damit jedoch nicht: Einzelne Sätze rechtfertigen keine eigene Überschrift.

Formuliere Überschriften kurz und prägnant und vermeide Wiederholungen – ganze Sätze, besonders Frage- oder Ausrufesätze, als Überschrift sind kein enzyklopädischer Stil. Überschriften sollten grundsätzlich keine Links enthalten. Doppelpunkte sollten ebenfalls vermieden werden.

Jedes neue Thema sollte mit einem neuen Absatz beginnen.

Länge eines Artikels

Der Artikel sollte eine dem Thema angemessene Länge haben. Gegebenenfalls lassen sich Teile des Artikels in weiterführende Artikel auslagern. In diesem Fall sollte eine ausführliche Zusammenfassung des ausgelagerten Textes an seine Stelle treten. Bei sehr langen Artikeln zu Städten und Staaten hat es sich bewährt, Abschnitte in sogenannten Unterartikeln unterzubringen.

Links

Interne Links sollen zur Verständlichkeit eines Artikels beitragen. Ein Beispiel: Wenn ich unter „Wahrzeichen“ in der Beschreibung einer Stadt nur einen allgemeinen Verweis auf „Wahrzeichen“, aber nicht auf das Wahrzeichen der betreffenden Stadt finde, habe ich mich bereits verirrt.

Eine kleine, sorgfältig ausgewählte Kollektion externer Links rundet den Artikel ab. Sie sollten genau wie die Literaturhinweise weiterführende Informationen bieten. Sie stehen in einem eigenen Abschnitt „Weblinks“ am Ende des Artikels, im Text sollten keine externen Links auftauchen. Mehr dazu auf Weblinks.

Literaturhinweise und Quellenangaben

Zu einem guten Artikel gehören selbstverständlich – wie in einem gedruckten Lexikon – auch weiterführende Literaturhinweise, die auf einem möglichst aktuellen Stand zu halten sind, damit sich der Leser eigenverantwortlich weiter in die Materie einarbeiten kann. Dabei ist die vollständige Angabe inklusive der ISBN ein Service (vgl. unten stehende Literaturtipps), der allen Beteiligten nur nutzen kann. Eine regelrechte Bibliographie am Ende eines Artikels aufzutürmen, ist nach dem Stand der bisherigen internen Diskussionen nicht die Aufgabe des AtmWIki. Ein Verweis auf ein Standardwerk der Forschung oder eine jüngere Publikation erfüllt für den interessierten Leser nahezu denselben Zweck. Längere Literaturlisten sollten kommentiert sein, um dem Leser die Orientierung zu erleichtern. Mehr dazu auf AtmWiki:Literatur.

Für eine Enzyklopädie ist es wichtig, dass sich die Angaben in Artikeln verifizieren lassen. Unter Literatur bzw. Weblinks solltest du deshalb die wichtigsten Quellen, die du für deinen Artikel ausgewertet hast, aufführen. Weniger bedeutsame, aus denen du vielleicht nur ein kurzes Faktum übernommen hast, solltest du auf der Diskussionsseite des Artikels oder in einem eigenen Abschnitt „Quellen“ nennen. Mehr dazu auf AtmWiki:Quellenangaben.

Illustrationen

Passende Illustrationen lockern einen Text auf, unpassende zerstören jedoch schnell das Vertrauen in die Kompetenz des Autors. Die Bebilderung eines Artikels im AtmWiki sollte immer dem besseren Verständnis des Gegenstands dienen, nie allein der Zierde. Ein gutes Kriterium dafür ist: Kannst du dich im Text auf das Bild beziehen und etwas Sinnvolles dazu schreiben? Achte darauf, deine Illustrationen mit einer guten Beschreibung zu versehen. Für alle verwendeten Bilder sollte bezüglich ihrer Lizenz Klarheit herrschen: Sie sollten unter einer freien Lizenz stehen oder gemeinfrei sein.

Stil

Schreibe in ganzen Sätzen

Voraussetzung eines guten AtmWiki-Artikels sind ganze Sätze; unsere Leser dürfen dabei zu Recht flüssige Formulierungen erwarten. Die Sätze können kurz sein, wichtig ist aber, dass sie eine Aussage enthalten. Aufpassen heißt es hier besonders bei den Verben „sein“ und „haben“ – solche statischen Informationen lassen sich meist in den vorhergehenden oder anschließenden Satz integrieren. „Sie studierte in Heidelberg Theologie. Ihre Lehrer waren X und Y.“ lässt sich bequem umformen in ein eleganteres „Sie studierte bei X und Y in Heidelberg Theologie.“

Verschachtelte Satzkonstruktionen sind meist unnötig.

Vermeide Passagen in Klammern oder Anführungszeichen.

Ein Satz sollte nicht zuviele verschiedene Themen berühren; und einem wichtigen Ereignis solltest Du einen eigenen Hauptsatz gönnen.

Schreibe sachlich, aber nicht dozierend. Beachte den neutralen Standpunkts.


Verwende lebendige Verben

Das Verbum ist das Rückgrat des Satzes. Wenn man die Handlung in ein Hauptwort zwingt und ein farbloses Zeitwort anleimt, so bricht man dem Satz das Rückgrat. (Ludwig Reiners)

Verben sind die Seele des Satzes. Substantivierte Verben wirken spröde und oft ungenau. Wenn die Texte mit „erfolgt“ und „durchgeführt“ gespickt sind, dann „ung-en“ sie ganz bestimmt auch. So wie hier: „Die Durchführung der Aufführung des Stückes erfolgte durch die Schüler.“ Viel besser: „Die Schüler führten das Stück auf.“ Schau dir nach dem Schreiben die Verben an, die du verwendet hast: Findest du dort nur „haben“, „sein“, „erfolgen“ und ähnliche blasse Verben, geh den Text noch einmal durch. Versuche dabei, den Schatz an Verben, den die deutsche Sprache bietet, auszuschöpfen („sein“ in „sich befinden“ und „können“ in „in der Lage sein“ umwandeln gilt nicht!).

Hast du dann ein schönes, treffendes Verb gefunden, vergewaltige es nicht durch eine Passivkonstruktion. Passivsätze machen einen Artikel steif und langweilig. Beispiel: „Die Ampel wurde von dem Autofahrer übersehen.“ Der Satz in aktiver Form klingt dagegen viel flüssiger und benennt den Handelnden: „Der Autofahrer übersah die Ampel.“

Wortwahl

Hier nur das Wichtigste in Kürze: Prüfe nach dem Schreiben deinen Text auf überflüssige Konjunktionen und Adverbien (aber, auch, nun, dann, doch, wohl, allerdings, eigentlich). In der Regel kannst du die Hälfte streichen, ohne den Sinn zu entstellen. Solche Füllwörter verletzen auch leicht den Grundsatz des neutralen Standpunkts.

Korrekte Grammatik

Eigentlich selbstverständlich: Der Artikel sollte grammatikalisch korrekt sein. Als Stolperfalle erweist sich gerne mal der Dativ aus der Umgangssprache. So klingt beispielsweise das richtige wegen des Gewitters doch viel eleganter als das falsche wegen dem Gewitter. Fremdwörter werden nach den deutschen Grammatikregeln dekliniert. Korrekter Plural von Lady ist Ladys, wohlgemeint und dennoch unrichtig ist Ladies.

Zeitangaben

Vermeide Angaben wie „im vorigen Jahr“, „letzte Woche“, „vor kurzem“, „derzeit“; Alle zeitlichen Bezüge müssen aus dem Zusammenhang hervorgehen, oder es muss ein klares Datum angegeben werden. Siehe auch Datumskonventionen.

Füge zu sich verändernden Sachverhalten immer den Zeitpunkt hinzu, an dem sie gültig waren. Beispiel: Politiker sind nur ein paar Jahre im Amt. Schreibe also: „Bürgermeister ist Herr Meier (Stand 200x)“. Sonst ist der Artikelinhalt nach der nächsten Wahl falsch. Fremde Leser erkennen nicht, dass der Artikel noch nicht aktualisiert wurde.

Abkürzungen

Die Wikipedia ist kein Kleinanzeigenmarkt, in dem man für Zeichen bezahlen muss – wir haben genug Platz. Verwende nur die wenigen üblichen Abkürzungen, die du im täglichen Schriftgebrauch verwenden würdest (z. B., usw., Dr.) – und auch die so sparsam wie möglich. Den Artikelnamen solltest du nie abkürzen. Viele Abkürzungen lassen sich mit etwas Fantasie vermeiden: statt „z. B.“ kann man so auch „beispielsweise“ schreiben, statt „i. d. R.“ auch „meistens“ oder einfach nur „meist“. Fast immer lässt sich auch „bzw.“ durch „oder“ ersetzen.

Organisationsnamen und ähnliches, von denen jeder nur die abgekürzte Fassung verwendet, solltest du auch abkürzen, am besten mit einer Auflösung der Abkürzung beim ersten Auftreten: statt „Allgemeiner Deutscher Automobil Club“ besser „ADAC“, statt „North Atlantic Treaty Organisation“ „NATO“ oder „BGB“ anstelle von „Bürgerliches Gesetzbuch“.

Typografie

Die Grundregel der Typografie ist der Verzicht: Sei sparsam mit Auszeichnungen. Ein Artikel, in dem jedes zweite Wort kursiv oder fett ist, wirkt unruhig und liest sich schlecht. In der Regel sollte nur das Stichwort fett ausgezeichnet werden. Fremdwörter kannst du kursiv setzen. Eine Auszeichnung – also Anführungszeichen, fett oder kursiv – sollte genügen.

Ein beliebter Fehler ist das so genannte „Plenken“. Vor dem Satzzeichen darf nach den Regeln der deutschen Zeichensetzung kein Leerzeichen stehen. Korrekte Anführungszeichen hingegen erfordern zwar den einen oder anderen Klick mehr, sehen aber schlicht schöner aus. Mehr ins Detail geht der dazugehörige Artikel.

Literatur

  • Ludwig Reiners: Stilfibel. Der sichere Weg zum guten Deutsch. dtv, München o. J., ISBN 3-423-30005-1
  • Wolf Schneider: Deutsch für Profis. Goldmann, München 1999, ISBN 3-442-16175-4
  • Wolf Schneider: Deutsch für Kenner. Die neue Stilkunde. Piper, München 1999, ISBN 3-492-22216-1
  • Peter Rechenberg: Technisches Schreiben (nicht nur) für Informatiker. Hanser, München 2003, ISBN 3-446-22472-6
  • Wolfgang Schmale (Hrsg.): Schreib-Guide Geschichte. Schritt für Schritt wissenschaftliches Schreiben lernen. Aus dem Amerikanischen von Birgit Flos. Böhlau Verlag, Wien 1999, ISBN 3-205-99038-2
  • Bastian Sick: Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod. Ein Wegweiser durch den Irrgarten der deutschen Sprache. Die Zwiebelfisch-Kolumnen. KiWi Paperback. Bd 863. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2004, ISBN 3-462-03448-0
  • Eduard Engel: Deutsche Stilkunst - antiquarisch zu erhaltendes und grundlegendes Werk, auf das zahlreiche der o.a. Bücher inhaltlich zurückgreifen.

Weblinks


Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Wikipedia:Wie_schreibe_ich_gute_Artikel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der AtmWiki:GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

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