Auflösungsvermögen

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Als Auflösungsvermögen (engl.: Resolving Power, Angular Resolotion) eines Teleskops wird seine Fähigkeit bezeichnet zwei dicht beieinander liegende Objekte als einzelne Punkte darzustellen. Zur Bestimmung des beugungsbegrenzten Auflösungsvermögens einer Optik wird häufig das sogenannte Rayleigh Kriterium herangezogen:

Zwei Punkt-Lichtquellen können gerade noch unterschieden werden, wenn das zentrale Maximum des Beugungsscheibchens der einen Quelle mit dem ersten Minimum der anderen Quelle zusammenfällt.

Ohne näher auf die Herleitung einzugehen kann bei einer Wellenlänge Lichts von 550nm die folgende Formel herangezogen werden um das Auflösungsvermögen einer Optik zu berechnen:

Auflösungsvermögen in Bogensekunden = 138 / D

wobei D dem Durchmesser der Öffnung in mm entspricht. Verschiedene Autoren sehen das Auflösungsvermögen besser z.B.

Auflösungsvermögen nach Rayleigh = 138 / D
Auflösungsvermögen nach Dawes = 116 / D
Auflösungsvermögen nach Sparrows = 115 / D

Herbert Zellhuber zeigt in diesem interessanten Aufsatz, dass sich Doppelsterne sogar dann noch durch ein unrundes gemeinsames Beugungsscheibchen bemerkbar machen, wenn wenn ihr Abstand nur 2,4/D Bogensekunden beträgt.

Zellhuber Kriterium = 2,4 / D

In der Praxis gibt es immer wieder Berichte, in denen Doppelsterne mit ähnlicher Helligkeit der Komponenten separiert werden konnten, obwohl sie dichter beisammen standen, als es beispielsweise das Dawes Limit vorschreibt. Solche Berichte werden in den Katalogen der Teleskophersteller zwar gerne zitiert, ob sie den Tatsachen entsprechen, ob die die Doppeltelsterne tatsächlich getrennt (also getrennt voneinander!) wahrgenommen werden konnten, darf bezweifelt werden.

Letztlich kommt es wohl auch nicht auf den absoluten Wert des Auflösungsvermögens an, sondern vielmehr auf die direkte Abhängigkeit von der Öffnung. Es sei auch vermerkt, dass diese Berechnungen die tatsächliche optische Qualität des Teleskops sowie die atmosphärischen Bedingungen völlig außer acht lässt. Beispielweise kann man davon ausgehen, dass das Seeing selten ein Auflösungsvermögen kleiner als ca. 0.5 Bogensekunden zulässt. Teleskope mit einer Öffnung größer als ca. 10 Zoll sind deshalb fast immer seeingbegrenzt.

Beispiel:

Ein Teleskop mit einer Öffnung von 250mm hat dem nach ein Auflösungsvermögen nach Rayleigh von 138 / 250 = 0.552 Bogensekunden.

Siehe auch

Weblinks

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