Cassegrain Teleskop
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Varianten
Beim Klassischen Cassegrain kommt ein parabolischer Hauptspiegel und ein hyperbolischer Fangspiegel zum Einsatz. Bei diesem Design treten systembedingt Astigmatismus, Koma und eine Krümmung des Feldes auf. Im Jahre 1905 veröffentlichte Karl Schwarzschild einen Satz Formeln, mit denen die Charakteristika von Zwei-Spiegel-Teleskopen mathematisch beschrieben werden konnten. Wendet man diese relativ einfachen Formeln auf das Cassegrain-Design an, so kann man durch Verändern der konischen Konstanten der beiden Spiegel sehr schön die außeraxialen Fehler beherrschen. Beim Ritchey Chrétien Cassegrain wird nun genau dieser Trick angewendet. Der Hauptspiegel geht in seiner Form leicht über die Parabel hinaus und wird hyperbolisch. Die entstehenden Fehler werden kompensiert, indem der Fangspiegel sogar noch hyperbolischer wird. Durch diese Korrektur ist der Ritchey-Chrétien absolut frei von Koma. Allerdings muss dafür ein geringfügig größerer Astigmatismus in Kauf genommen werden. Die relativ starke Bildfeldwölbung, die (fast) allen Cassegrain Teleskopen eigen ist, wird ohne zusätzliche Elemente nicht behoben.
Die beiden anderen Varianten dieser Gattung, der Pressmann Camichel Cassegrain mit einem sphärischen Hauptspiegel und einem ellipsoidalen Fangspiegel, sowie der Dall Kirkham Cassegrain mit einem ellipsoidalen Hauptspiegel, und einem sphärischen Fangspiegel können in der Bildqualität nicht mit den beiden erstgenannten Varianten mithalten und werden deshalb nur in Teleskopen mit einem sehr kleinen Öffnungsverhältnis verwendet (f/15 bis f/30).

