Okularauszug (Positionierung beim Newton)

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Auf den ersten Blick scheint die Berechnung der Position des Okularauszuges beim Newton Reflektor nicht weiter schwierig zu sein. Der Fangspiegel muss die Brennebene so weit aus der optischen Achse herausspiegeln, dass sie sich etwas außerhalb des eingefahrenen Okularauszuges befindet.

Wie berechnet man das nun? Ganz einfach, man zieht den Abstand vom Rand des eingefahrenen Okularauszuges zur optischen Achse (BüA) von der Brennweite des Hauptspiegels ab. Das Ergebnis entspricht dem Abstand den der Hauptspiegels von Fangspiegel haben muss, um die Brennebene genau auf den äußeren Rand des eingefahrenen Okularauszuges zu bringen. Den Abstand vom Rand des eingefahrenen Okularauszuges zur optischen Achse bekommt man, wenn man den halben Innendurchmesser des Tubus, die Tubusdicke und die Höhe des eingefahrenen Okularauszuges addiert.

Nun benötigt man noch eine kleine Reserve, um auch Okulare in den Fokus bringen zu können, die ihre Fokallage nicht genau an diesem Punkt haben. Allgemein wird hier eine Reserve von 20mm vorgeschlagen. Ein anderer Vorschlag ist es genau den halben Fokusweg des Okularauszuges zu verwenden (So macht es beispielsweise das Programm myNewton)

Gerade beim Newton Teleskop werden nun aber gerne Okularauszüge eingesetzt, die sehr flach bauen und deshalb auch nur einen recht kleinen Fokusweg bieten. Bei diesen Okularauszügen kann nicht einfach eine Reserve von 20mm angesetzt werden. Hier muss die Fokallage der tatsächlich vorhandenen Okulare ermittelt und die Reserve entsprechend berechnet werden. Okulare mit extremer Fokallage sind z.B. das 50mm Antares Erfle mit +24.5mm und das 14mm Meade UWA (alt, 1.25") mit -14mm. Um beide Okulare in den Fokus bringen zu können benötigt man einen Okularauszug mit einem Fokusweg von mindestens 38.5mm. Dieser Okularauszug könnte die beiden Okulare aber auch nur dann in den Fokus bringen, wenn die Brennebene genau 14mm über dem eingefahrenen Okularauszug läge.

Ein weiterer Punkt, der bei der genauen Lage der Brennebene über dem Okularauszug berücksichtigt werden muss, ist jegliches weitere Zubehör, wie besonders Kameras, Filterräder, Barlow Linsen, Feldkorrektoren oder gar Zenitspiegel.

Der Abstand zwischen Hauptspiegel und Fangspiegel (und damit auch die Position des Okularauszuges berechnet sich also folgendermaßen:

Brennweite
- halber Tubusinnendurchmesser
- Tubusdicke
- Höhe des eingefahrenen Okularauszuges
- Extra für Zubehör

Tipps

  • Grundsätzlich ist es günstiger den Fokus des Teleskops etwas zu weit nach außen zu legen, als etwas zu weit nach innen, weil die Okulare, mit Verlängerungshülsen versehen werden können um sie in den Fokus zu bringen.
  • Wenn der eingefahrene Okularauszug in den Tubus hinein ragt ist es natürlich auch günstig den Fokus etwas weiter nach außen zu verlegen.
  • Abhängig von der Konstruktion der Spiegelzelle können gelegentlich einige Millimeter Veränderung der Fokuslage des Teleskops durch das Anheben oder Absenken des Hauptspiegels über die Justierschrauben erreicht werden.

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