Gewindeschneider

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Gewindeschneider sind Werkzeuge zur Herstellung von Gewinden in unterschiedlichen Materialien. Es sind einteilige Gewindeschneider und mehrteilige Gewindeschneidsätze im Gebrauch. Einteilige Gewindeschneider schneiden das Gewinde in einem Arbeitsgang, während bei mehrteiligen Gewindeschneidsätzen (z.B. aus Vorschneider, Mittelschneider und Fertigschneider), mehrere Arbeitsgänge notwendig sind.

Inhaltsverzeichnis

Funktionsweise

Gewindeschneider bestehen selbst aus einem Gewinde, das durch Einkerbungen in drei und mehr Schneiden pro Gang geteilt ist. Beim Hineindrehen des Gewindeschneiders in das zu bearbeitende Material trägt jede dieser Schneiden im vorderen Bereich des Schneiders einen Span des Materials ab und bildet so das neue Gewinde. Die Schneiden im hinteren Bereich dienen in erster Linie der Führung des Gewindeschneiders im schon fertigen Teil des Gewindes. Um die Reibung zwischen Werkstück und Gewindeschneider zu verringern sollte eine Schmierung mit Öl (Schneidöl) vorgenommen werden. Ohne eine derartige Schmierung wird die Oberfläche der Gewindegänge leicht rau und es ist ein höherer Kraftaufwand nötig um das Gewinde herzustellen.

Unterscheidung Innen- bzw. Außengewindeschneider

Gewindeschneider können in Gewindeschneider für die Anbringung von Innen- bzw. Außengewinden unterschieden werden.

Innengewindeschneider

Gewindeschneider für Innengewinde bezeichnet man auch als Gewindebohrer. Sie besitzen an ihrem vorderen Ende das Schneidgewinde und am ihrem hinteren Ende meist einen Außenvierkant, an dem ein sogenanntes Windeisen befestigt wird, um beim Gewindeschneiden ein größeres Drehmomente erzeugen zu können.

Mit Gewindebohrern werden Gewinde in vorgebohrte Löcher geschnitten. Dar Durchmesser der Kernbohrung soll bei Normalgewinden etwa 15 Prozent kleiner sein als der Gewindedurchmesser (bei dreiteiligen Gewindebohrsätzen bis zu 20%). Als Anhaltspunkt wird auch häufig dazu geraten, etwa den Wert des Gewindedurchmessers abzüglich der Steigung anzunehmen. Genaue Werte für den Kernlochdurchmesser müssen der Beschreibung des jeweiligen Gewindebohrers entnommen werden. Bei einer zu engen Bohrung kann sich der Gewindebohrer verklemmen und sogar brechen. Bei einer zu weiten Bohrung besteht die Gefahr, dass das Gewinde im späteren Gebrauch wegen mangelnder Festigkeit ausbricht.

Sinnvolle Durchmesser des Kernlochs für die Herstellung von metrischen ISO-Innengewinden:

Als Faustformel gilt

Gewindenenndurchmesser minus Steigung ist gleich der Kernlochbohrung bei Innengewinde

und

Gewindenenndurchmesser minus 1/10 Steigung ist gleich dem Bolzendurchmesser beim Außengewinde


Gewinde Kernloch
M3 2,5mm
M4 3,3mm
M6 5mm
M8 6,8mm
M10 8,5mm

Außengewindeschneider

Gewindeschneider für Außengewinde bezeichnet man auch als Schneideisen. Hierbei handelt es sich um einen zylinderförmiges Werkzeug, an dem das Schneidgewinde als Muttergewinde innen angebracht ist. Es wird zum Schneiden des Gewindes in ein passendes Windeisen eingespannt. Meist sind Schneideisen symmetrisch aufgebaut. Dieses ermöglicht das Schneiden von Außengewinden in beiden axialen Richtungen. Das Werkstück (Bolzen), dass mit einem Gewinde versehen werden soll, muss den Nenndurchmesser des zu schneidenden Gewindes besitzen.

Spezielle Werkstoffe

  • Beim Gewindeschneiden in Aluminium und Kupfer sollen keine Gewindeschneider mit TiN Beschichtung verwendet werden, weil die Beschichtung mit dem Werkstoff reagiert und dadurch zerstört wird.
  • Beim Gewindeschneiden in Aluminium kann auch Petroleum als Schneidöl eingesetzt werden. Bei Kunststoffen eignet sich beispielsweise ein Spiritus- Wassergemisch

Siehe auch

Weblinks

Persönliche Werkzeuge

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