Kontaktlinse (Geschichte)

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Etwa seit den 40er und 50er Jahren des 20. Jahrhunderts begannen Kontaktlinsen zunehmend an Bedeutung zu gewinnen. Die Geschichte der Kontaktlinse reicht jedoch viel weiter zurück. Schon Leonardo da Vinci (1452 – 1519 ) stellte erste Versuche mit wassergefüllten Glasschalen an, die er sich auf das Auge legte, um das Sehen unter Wasser zu untersuchen. Ob ihm die Bedeutung seiner Versuche für die Korrektur von Fehlsichtigkeiten bewusst war, ist jedoch umstritten.

Themenschwerpunkt Sehhilfen

Im Jahre 1636 beschrieb der Philosoph und Naturwissenschaftler René Descartes im Rahmen seiner Untersuchungen zu Phänomen der Lichtbrechung erstmals die Idee einer Linse, die direkt auf dem Auge getragen wird, um Fehlsichtigkeiten auszugleichen.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begannen unabhängig voneinander verschiedene Wissenschaftler und Ärzte (z.B auch Adolf Eugen Fick) mit ersten praktischen Versuchen mit Kontaktlinsen aus Glas. Diese Skleralschalen (Sklera=Lederhaut) waren jedoch materialbedingt sehr groß (>20mm). Sie bedeckten neben der Hornhaut auch einen Teil der Lederhaut. Da die Skleralschalen regelmäßig zu Reizungen führten, konnten diese Linsen nur kurzzeitig getragen werden. Darüber hinaus bestand die Gefahr schwerer Augenverletzungen durch eine zerbrochene Kontaktlinse.

Ab etwa 1939 wurden die Kontaktlinsen durch den Einsatz von Acrylglas (PMMA) und die Reduzierung des Durchmessers zunehmend markttauglich. Im Jahre 1946 gelang Heinrich Wöhlk die Herstellung kleiner Corneallinsen (Cornea=Hornhaut) zunächst für den eigenen Bedarf. Diese Linsen, die ebenfalls aus Acrylglas bestanden, bedeckten nur die Hornhaut. Obwohl auch sie nicht gasdurchlässig waren, ermöglichten sie doch eine Tragezeit von bis zu 8 Stunden. Im Jahre 1954 gelang dann die Entwicklung von wasserhaltigen Hydrogel-Kunststoffen. Mit diesem Material war es möglich weiche Kontaktlinsen mit höherer Permeabilität herzustellen, die den für die Versorgung der Hornhaut wichtigen Sauerstoff durch die Linse passieren ließen.

Da die weichen Kontaktlinsen nicht in der Lage waren Astigmatismus auszugleichen wurde in der Folgezeit auch an den Materialien für formstabile (harte) Kontaktlinsen weiter geforscht. 1977 gelang es in der der Firma Wöhl erstmals gasdurchlässige formstabile Linsen herzustellen.


Siehe auch

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