Lateraler Drahttest

aus AtmWiki, dem Teleskop Selbstbau Wiki

Wechseln zu: Navigation, Suche

Themenportale  -  0-9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z  -  Kategorien

 

Der Laterale Drahttest (Lateral Wire Test, LWT) kann als Ronchi Test mit nur einer einzigen Linie verstanden werden. Er ist insbesondere zum Test von Spiegeln mit sehr großen Öffnungsverhältnisen (z.B. f/2) geeignet. Übrigens ist der Laterale Drahttest nicht identisch mit dem Drahttest!


Inhaltsverzeichnis

Funktionsweise

Beim lateralen Drahttest wird ein Lichtspalt mit einem davor angeordneten Draht horizontal knapp innerhalb bzw. knapp außerhalb des Krümmungsmittelpunkts vorbeibewegt. Dieser Draht erscheint dem Beobachter als Schatten auf dem Spiegel. Aus der Position des Schattens auf dem Spiegel kann die Form des Spiegels abgeleitet werden.

Testaufgerät

Zur Durchführung des lateralen Drahttest benötigt man ähnlich wie beim Foucault Test einen Tester mit einem vertikalen Lichtspalt und zusätzlich einen ebenfalls vertikal angeordneten Draht (z.B. menschliches Haar). Im Gegensatz zum Foucault Test muss jedoch die horizontale Bewegung der Testanordnung genau erfasst werden können. Dazu ist es nötig am Gerät eine Messuhr mit einer Ablesegenauigkeit von 0.001mm zu installieren. In der Z-Achse (hin zum bzw. weg vom vom Spiegel) erfolgt beim lateralen Drahttest keine Bewegung der Testanordnung, jedoch muss die horizontale Bewegung genau senkrecht zur optischen Achse des zu testenden Spiegels verlaufen.

Um die Spiegelzonen genau vermessen zu können, wird vor dem Spiegel ein Lineal mit Kerben oder Noppen (Everest Pin Stick) aufgestellt.

Durchführung des Tests

Zunächst stellt man das Testgerät in einem festen Abstand vor oder hinter dem Krümmunsmittelpunkt des Spiegels auf. Gewöhnlich ist die Position vor dem Fokus besser geeignet, weil die Ränder des Schattens auf dem Spiegel dann deutlicher hervortreten.

Durch horizontale Verstellung des Testaufbaus lässt man nun den Schatten von Seite zu Seite über den Spiegel wandern. Für jede Markierung auf dem Lineal wird die Einstellung an der Messuhr abgelesen und notiert.

Zur Auswertung der gewonnenen Daten kann das Programm sixtests von Jim Burrows verwendet werden. Dazu muss die Option "wire" ausgewählt werden, der Verstellweg zwischen den beiden Seiten der Spiegelzonen muss durch 2 dividiert werden.

Simulation des Tests

Der Laterale Drahttest kann mit Hilfe des Programms diffract von Jim Burrows leicht simuliert werden. Das hier gezeigte Bild zeigt die Simulation eines Spiegels mit folgenden Einstellungen im Programm diffract:

Lateraler Drahttest
Bezeichnung Wert Bemerkungen
D 250 Durchmesser des Spiegels
R 2700 Kugelradius des Spiegels
N 256 Größe des Bildes
Width 250 Durchmesser des darzustellenden Bereichs des Spiegels
Source diam 0,001 Breite des Lichtspalts
Test Type Slit/Wire
Width -0,1 Dicke des Drates
Source fixed feststehende Lichtquelle
X-R -20 Abstand vom Fokus
Y -0.2 seitlicher Versatz

Bei diesem Programm ist darauf zu achten, dass das Dateiformat ein Dezimaltrennzeichen erwartet, wie es in den Windows Einstellungen vorgesehen ist. Das mitgelieferte Beispiel benutzt den Punkt als Dezimaltrennzeichen, ist also auf Rechnern, die das Komma als Dezimaltrennzeichen vorsehen, nicht lauffähig. Die Punkte sollten dann zunächst mit einem Editor (Notepad) gegen Kommas ersetzt werden.

Siehe auch

Weblinks

Persönliche Werkzeuge

Google Translate