Ernst genommen

Aus den letzten Äußerung von Stephan Holthoff-Pförtner schließe ich, dass die klassischen Medien nun doch etwas Bammel vor der zahlenmäßigen Übermacht der Blogospäre bekommen. Herr Holthoff-Pförtner ist Bevollmächtigter der Funke-Familie, die wiederum eine der Eigentümerfamilien der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) ist. Auf dem Medienforums NRW verkündete Herr Holthoff-Pförtner offenbar vom Podium die Meinung, dass Blogger nicht den Schutz von Artikel 5 des Grundgesetzes verdienen.

Wow – erst mal sacken lassen…

Wenn ich Herrn Holthoff-Pförtner jetzt also richtig verstehe, dann sollte Artikel 5 etwa in der folgenden Weise geändert werden:

Jeder Nichtblogger hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet außer bei Bloggern nicht statt.

Als Blogger schmeichelt es mir schon etwas,  von Herrn Holthoff-Pförtner derartig ernst genommen zu werden. Trotzdem beschleicht einen bei sowas doch ein etwas ungutes Gefühl. Ich hoffe Herr Holthoff-Pförtner wird in den nächsten Tagen näher erläutern, in welcher Weise er Artikel 5 des Grundgesetzes reformieren möchte.

via Indiskretion Ehrensache

Dieser Eintrag wurde am 20. Juni 2007 um 18:27 geschrieben und unter Blafasel abgelegt. Du kannst alle Reaktionen auf diesen Eintrag über diesen RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback hinterlassen.

2 Comments so far

  1. “… die verfassungsmäßige Ordnung zu wahren …”…

    Nachdem das Zensieren von Weblogs unter Missbrauch von Urheberrecht und Persönlichkeitsrecht sich immer schwieriger gestaltet, könnte es nun eine neue Strategie der herrschenden deutschen Meudalisten im Umgang mit Weblogs zu geben, bei der di…

  2. Warum nicht gleich das gesamte Grundgesetz abschaffen?
    Wäre für die Machthaber doch viel einfacher.
    Dann wüsste man wenigstens, woran man ist.

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