Pferdehandel
So oft kommt es wahrlich nicht vor, dass ein Werder Fan dem HSV Beifall klatscht. Heute ist so ein Tag! Bernd Hoffmann, seines Zeichens HSV-Boss, übt scharfe Kritik an dem Milliardengeschäft der DFL mit Leo Kirch. Er hält es für “komplett falsch” einen Entschluss dieser Tragweite in einer derartigen Eile zu treffen.
Erinnern wir uns, Leo Kirch war der Mann hinter KirchMedia. KirchMedia war das Unternehmen, dass im Jahr 2002 die größte Insolvenz in der Deutschen Nachkriegsgeschichte hingelegt hat, und unter anderem eine Reihe ziemlich verzweifelter Fussballmanager hinterließ. Ich hoffe ihr erinnert euch noch an das Geschrei, der Staat müsse den Vereinen nun mit Zuschüssen und Bürgschaften unter die Arme greifen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass eine solche Forderung beim nächsten Mal etwas anderes als schallendes Gelächter auslösen würde.
OK, offenbar glauben 28 der 36 DFL-Clubs dass man Leo Kirch jetzt mit seinen 81 Lenzen wieder vertrauen kann, denn sie haben ihm die Verwertungsrechte für die Bundesligen bis zum Jahr 2015 verkauft. Man fragt sich aber, wie man sich bei einem drei Milliarden Euro Vertrag so unter Zeitdruck setzen lassen kann, dass in einer Kampfabstimmung 21% der beteiligten Vereine nicht zustimmen. Irgendwie erinnert mich das Ganze fatal an Verkaufsgespräche mit Pferdehändlern Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts: “Morgen gilt das Angebot natürlich nicht mehr…“

