Am hellichten Tag im Garten okulieren?

Die Apfel- und Birnensämlinge, die wir im Frühjahr gepflanzt hatten, sind ordentlich gewachsen. Heute schien mir nun endlich der Tag gekommen zu sein, an dem ich das Okulieren ausprobieren wollte. Schon seit Wochen hatte ich die Mitglieder des Forums garten-pur.de mit meinen Fragen zum Thema gelöchert, nun fühlte ich mich fit genug für die Praxis. OkulierenKurz bevor ich richtig loslegen wollte, überreichte mir meine Herzallerliebste dann auch noch ein vorzeitiges Geburtstagsgeschenk, nämlich eine Hippe und das Büchlein “Veredeln” von Heiner Schmid, welches meine letzten offenen Fragen gut beantworten konnte. Trotzdem sollte natürlich niemand meine ersten Gehversuche als Anleitung verstehen.

OkulierenOkulieren bedeutet, dass ein Auge aus einer Blattachsel eines vorhandenen Obstbaums geschnitten und in einen anderen Obstbaum eingesetzt wird. Dieses transplantierte Auge soll im ersten Jahr anwachsen. Im folgenden Jahr soll aus dem Auge ein neuer Ast wachsen. Auf den Wurzeln des ursprünglichen Baums befinden sich dann entweder zwei unterschiedliche Obstsorten oder die Äste der ursprünglichen Sorte werden entfernt, sodass die neue Sorte auf den Wurzeln der Unterlage wächst.

OkulierenZunächst wählt man sich einen genügend ausgereiften diesjährigen Trieb aus der Krone des Spenders. Wasserschosser sind nicht als Augenspender geeignet. Die Reife erkennt man z.B. daran, dass die Spitze des Triebs abbricht und nicht einknickt, wenn man sie über den Rücken der Hippe biegt. Die Basis des Triebs mit eher schwach ausgebildeten Augen und die krautige noch nicht verholzte Spitze des Triebs sind nicht zur Entbnahne von Augen geeignet, sie werden entfernt. Auch die Blätter werden entfernt, die Blattstiele bleiben jedoch stehen.

OkulierenNach einigem Üben gelang es recht gut die Augen aus den Reisern zu schneiden und so genannte T-Schnitte zu setzen, in die die Augen eingeschoben werden sollten. In dieser Phase war meine Anspannung leider etwas zu groß um auch noch brauchbare Bilder zu knipsen ;-) Auf dem Bild rechts sieht man ein in den T-Schnitt der Unterlage eingesetztes Auge vor dem Verbinden. Die Unterlage auf der Abbildung ist etwa bleistiftdick – man kann sich vorstellen, das das Einsetzen des Auges eine ziemliche Fummelei ist, die nur gelingt, wenn man vorher an etwas dickeren Ästen geübt hat.

OkulierenUm eine gewisse mechanische Stabilität der Verbindung zu gewährleisten habe ich die betroffene Stelle fest mit Bast umwickelt. Ich bin nicht sicher, ob schon ein Vogel auf dem Implantat landen darf, aber einem durchschnittlichen norddeutschen Sommergewitter sollte es eigentlich standhalten können. Obwohl geschrieben wurde, dass das nicht nötig ist wurde die Wunde zum Abschluss noch mit künstlicher Rinde (Lac Balsam) versiegelt.

OkulierenAch ja, nicht zu vergessen das verwendete Werkzeug: Wie gesagt, das Okulieren ist eine ausgesprochen fummelige Angelegenheit, deshalb habe ich sicherheitshalber meine Lesebrille aufgesetzt. Die Schnitte wurden mit einer einfachen Hippe (Okuliermesser ohne Löser) durchgeführt.

Nachtrag: In unserem Gartenblog unter dem Stichwort Okulieren erfährst Du was aus dem Bäumchen geworden ist.

Inspektion beim Wheel Horse

Das Wetter ist zu mies, um im Garten zu buddeln, deshalb nehme ich mir heute endlich mal wieder den Rasentrecker – unser altes Schlachtross (Wheel Horse) – vor. Der Keilriemen für den Antrib scheint schlecht zu sein, das Lenkgeriebe knackt manchmal über und ich sollte wohl auch die Messer mal wieder schleifen. Um an das kaputte Lager am Lenkgeriebe heranzukommen muss leider der gesamte Aufbau abgenommen werden. Sicherheitshalber mache ich ein paar Fotos, um das hinterher auch alles wieder zusammen zu bekommen, ohne allzu viele Teile übrig zu behalten.

Lenker entferntGleich beim Abnehmen des Schneidwerks fällt mir auch noch das wackelige Lager einer Spannrolle auf, die den Keilriemen für den Antrieb der beiden Kreisel auf Spannung halten soll. Mit etwas Glück würde dieses Lager wohl noch eine Saison durchhalten, aber wenn ich schon mal dabei bin sollte ich es wohl auch gleich austauschen.

Aufbeuten entferntObwohl die Aufbauten schon ewig nicht mehr runter waren, lassen sie sich relativ problemlos entfernen. Während des Schraubens überlege ich, ob ich gleich den Sitz etwas anheben soll, um die Sitzposition zu verbessern. Diese Idee muss aber noch ein wenig reifen.

Das Lager der Lenkstange im Bodenblech ist ausgeschlagen, deshalb fasst das Ritzel des Lenkgetriebes nicht mehr genau in die Zahnstange. Ich denke, ich werde einfach ein kleines Stück Blech von oben auf das Bodenblech schweißen um das Lager wieder zu stabilisieren.

Wheel Horse von untenDer Keilriemen für den Antrieb ist hin! Eigentlich ein Wunder, dass der Trecker überhaupt noch lief. Ich werde am Montag also einen neuen Keilriemen bestellen. Die Bezeichnung auf dem Alten lautet: A 2090 Ld / 13 x 2060 Li A81 r Ich hoffe mal, dass Heiko etwas damit anfangen kann.