Mangel an männlicher Arbeitskraft

Zufällig stolperte ich vor ein paar Tagen bei Flickr über ein interessantes Bild aus dem Jahre 1918, das mit dem Stichwort “Otterstedt” versehen war. Das Bild ist mit dem Datum 1. (oder 9.) März 1918 versehen und trägt die Aufschrift: “Ein Zeichen von Mangel an männlicher Arbeitskraft“. Kein Wunder, denn Anfang März 1918 standen die meisten europäischen Männer an irgendeiner Front eines sinnlosen Krieges. Am 21. März begann dann die Deutsche Frühjahrsoffensive, bei der noch einmal weit mehr als eine halbe Million von ihnen starben.

Das Bild wurde vom Flickr-Benutzer ookami_dou (Wolfgang) als Glas-Negativplatte in dem ehemaligen kleinen Trödelladen bei Bäcker Meyer erstanden. Leider sind keine weiteren Informationen über das Bild erhalten geblieben. Wolfgang gab mir die freundliche Genehmigung, hier ein Vorschaubild zu veröffentlichen und verbindet das mit der Frage nach weiteren Informationen über die abgebildeten Personen und den Aufnahmeort. Hier erst mal das Bild, sehr viel größere Versionen in hoher Qualität sind in Wolfgangs Fotostream verfügbar (auf das Foto klicken).

Mangel an männlicher Arbeitskraft; März 1918 (Copyright: ookami_dou)

Als ich das Bild zum ersten Mal sah, kam es mir sofort so vor, als sei das die Schmiede, die später Albert Linkowski gehörte. Hat vielleicht noch jemand neuere Fotos der Schmiede, damit man die Tür und das Fenster vergleichen könnte. Und wer sind die Personen auf dem Foto? Insbesondere die hübsche Dame in der Mitte dürfte doch wohl irgendwem aufgefallen sein, wenn sie hier in Otterstedt gelebt hätte.

4 comments to Mangel an männlicher Arbeitskraft

  • Birgit

    Hallo Heiner,
    habe gerade das Foto, mit den 3 netten Damen vom Grill (Esse), meinem Vater (Baujahr 1923) gezeigt und er meint auch, das es sich um die alte Schmiede von Linkowski handelt.
    Doch die abgebildeten Personen hat er nicht erkannt.
    Gruß Birgit

  • Hi Birgit, meine beiden Eltern halten es auch für Linkowskis Schmiede. Komisch dass die abgebildeten Leute unbekannt sind. Ebenso komisch, dass die Blogsoftware Dich als Autor angibt, wenn ich als Admin schreibe. Habe das natürlich erst mal händisch geändert und forsche gerade nach dem Grund.

  • Tja, das ist offenbar doch nicht Linkowskis Schmiede, oder zwischen 1918 und dem Zeitpunkt als das Foto aus der Otterstedter Dorfchronik auf Seite 129 entstand wurde die Tür verändert. Das Bild in der Chronik zeigt ganz klar eine Tür mit einem gemauerten Bogen, das Bild von 1918 zeigt einen hölzernen Sturz. Es könnte natürlich sein, dass die Tür nachträglich vergrößert werden musste, um die größer werdenden Maschinen durchzukriegen.

  • Hans-Joachim Liedtke

    Hallo!
    Ich habe von etwa 1950 bis 1961 im Haus Otterstedt 70, bei Hinrich Müller und Familie gewohnt. Meiner Erinnerung nach gehörte das Anwesen einschließlich der Schmiede der Familie Schnackenberg?. Opa Schnackenberg lebte zu meiner Zeit noch, und ich meine, dass Hinrich Müller dort eingeheiratet hatte. In der Schmiede arbeiteten seinerzeit Albert Linkowski und ein Siegfried?
    Dumke. Ebenfalls meiner Erinnerung nach lag der Haupteingang der Schmiede ursprünglich nach Süden – also zur Wohnhausseite des Müllerschen Hauses hin. An der Seite waren auch die Halteringe für die Pferde angebracht. Ich meine, dass der Hauptzugang der Schmiede von Norden, von der Dieker Strasse, erst später installiert wurde. Aufgrund des zeitlichen Abstands kann ich mich aber auch irren.
    Außer der Schnackenberg- Linkowskischen Schmiede gab es meiner Erinnerung nach als zweite Schmiede in Otterstedt noch die von “Schmied Holsten” – an der Ecke Hauptstrasse / Im Kaiserlichen.
    Ich wäre für einen Hinweis dankbar, auf welchem Wege ich an die Otterstedter Dorfchronik gelangen könnte.
    Freundliche Grüße,
    Jo Liedtke

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